Fotoreportage 15: Island

Bereits im September 2015 waren zwei unserer Fotografen in Island auf Fotoreise. Die Vorfreude war schon viele Wochen vor der Reise sehr groß. Der Traum, die Polarlichter mit eigenen Augen zu sehen, rückte immer näher.  Leider war die Enttäuschung dann vor Ort groß, als das Wetter die meiste Zeit bedeckt und neblig war – keine Chance, die begehrten Polarlichter zu sehen.  Trotz dessen haben wir die Reise und die Eindrücke genossen, konnten viele spannende Fotos machen und haben einiges erlebt.

Auf den langen Fahrten zwischen den einzelnen Sehenswürdigkeiten – auf teilweise menschenleeren Straßen – hatten wir genug Zeit, unsere täglichen Erlebnisse nieder zu schreiben. Den dabei entstandenen Text findet Ihr nachfolgend nach Tagen unterteilt. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

island_001Freitag der 04. September, 19:30 Uhr: Nach einem schönen Abendessen mit unseren Eltern geht es pünktlich von Nürnberg nach Düsseldorf. Der Kurze und angenehme Flug in die Landeshauptstadt von Nordrhein Westfahlen läuft soweit gut ab und wir kommen mit einer verbleibenden Umsteigezeit von einer Stunde in Düsseldorf gemütlich an. Ein kurzer Blick auf die Uhr: „21:25“, eigentlich hätte das Boarding für unseren Flug nach Island bereits vor 15 Minuten beginnen sollen, jedoch gibt es eine unangekündigte Verzögerung, sodass wir erst um 21:40, der eigentlichen Abflugzeit im Flugzeug Platz nehmen können. (Wie wir später erfahren, wurde die Verzögerung durch technische Probleme hervorgerufen). Endlich sitzen alle Passagiere und das Flugzeug scheint bereit zu sein, das Gate verlassen zu können. Doch nach einigen Minuten treffen noch zwei Nachkömmlinge ein und es geht endlich los. „22:01“, unser Flugzeug ist nur noch wenige Meter von der Startbahn entfernt als der Pilot die Maschine unerwartet wendet und wieder zurück zum Terminal fährt. Mit entsetzter Stimme versucht der Pilot uns zu erklären, dass wir durch das Nachflugverbot in Düsseldorf keine Startgenehmigung bekommen. island_002Alle Versuche, eine Sondergenehmigung zu bekommen, seien gescheitert und unser Flug wird bis auf weiteres verschoben. Eine schlechte Stimmung breitet sich schnell bei allen Passagieren aus und die Ungewissheit wie und wann wir endlich in Island ankommen geht auch uns auf die Nerven. Nach 30 minütigem warten auf der Außenposition schafft es dann auch endlich der Flughafen Treppen und Busse bereit zu stellen und es geht zurück zum Terminal. Dort weisen uns Mitarbeiter der Airline Hotels zu und erklären, dass wir morgen früh um 6:00 Uhr abfliegen werden. Nachdem wir unsere Koffer abgeholt haben ging es zu Fuß direkt zum Maritim Hotel am Flughafen. In zwei schönen Doppelzimmern haben wir jetzt dreieinhalb Stunden Schlaf vor uns bevor es dann am nächsten Morgen weiter gehen soll. Daniel klärt noch einige Angelegenheiten mit dem ersten Hotel in Keflavik, welches wir leider nicht besuchen und muss verzweifelt erfahren, dass bei der Mietwagenauskunft keiner sein Telefonat abhebt. Nach einer kurzen E-Mail geht es dann endlich ins Bett. Gute Nacht!

island_005Der Wecker klingelt um 3:30 Uhr, nach kurzem Frischmachen treten wir den Weg durch das verregnete Flughafengelände zum Check-In an. Dort können wir Aufgrund unseres Gestrandeten-Status direkt Einchecken und möchten uns von der Airline noch eine Bestätigung für die Verspätung zur Absicherung holen. Am Serviceschalter von Lufthansa und Germanwings müssen wir nochmals 25 Minuten warten da dieser erst ab 5:00 Uhr besetzt sind. Um 5:10 geht es dann endlich in Richtung Flugzeug. Auf der Suche nach einem Frühstück müssen wir uns mit langen Schlangen vor den kleinen Restaurants zufrieden geben. 6:10 Uhr, der Flug wurde bereits beim Check-In um 10 Minuten verschoben, doch auch heute findet das Boarding ohne weitere Informationen erst 25 Minuten später statt. Um 6:55 Uhr, also mit fast einer Stunde Verspätung heben wir endlich ab. Der Flug war angenehm Ruhig und ich konnte euch hier schon diese Zeilen schreiben. Landung! Um 8:40 Uhr Ortszeit sind wir endlich auf Island gelandet. Leider ist das Wetter, vorsichtig ausgedrückt, nicht so berauschend (tiefer Nebel, leichter Regen und kühle 10°C). Das soll aber nicht unsere Planungen und die Freude zerstören, sodass es gleich weiter geht. Unser Mietwagen steht direkt zur Verfügung und das erste Ziel im Navigationsgerät heißt „Blue Lagoon“. Während der Fahrt lernen wir die neue Landschaft mit grün bewachsenem Lavagestein kennen. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir den Parkplatz der Blue Lagoon und gehen zu Fuß auf einen kleinen Rundweg um die Anlage. Durch die Landschaft schlängeln sich kleine Flüsse mit türkisfarbenem Wasser. Die fantastischen Farben und eine einzigartige Stimmung machen diese Moment zu einem spannenden Erlebnis. Da der Aufenthalt in den Badebereichen überteuert ist und zu viel Zeit in Anspruch nimmt geht es anschließend zum Kleifarvatn See. island_015Der Weg dorthin führt uns über eine kurze Schotterpiste, auf denen wir in den nächsten Tagen noch so einige passieren werden. Das Fotografieren am See, der von einer dicken Nebelschicht bedeckt ist, gestaltet sich schwer. Ein eisiger Wind lässt den Nieselregen ins Gesicht peitschen. Bereits nach wenigen Fotos waren die Hosen durchgeweicht und die Objektiv-Linsen komplett von Wasser bedeckt. Nach einem kurzen Stopp bei Subway fahren wir weiter zum Grabenbruch Thingvellir. Ein faszinierender Spalt taucht mitten in der Landschaft auf und teilt das Land in die europäische und die amerikanische Kontinentalplatte. Wir erkunden das Gebiet, welches von einigen Touristen besucht wird. Neben dem Grabenbruch bietet Thingvellir einen Wasserfall, den Öxarafoss, dessen Fluss sich durch den Nationalpark von Thingvellir schlängelt. Leider nimmt der Regen zu und wir machen uns auf zum nächsten Ziel, dem Bruarfoss. island_011Das Navi leitet uns leider direkt in eine Sackgasse, sodass wir den Wasserfall nach einem circa einen Kilometer langen Fußweg erreichen. Der Trampelpfad führt durchs Gebüsch, das Rauschen des Wasserfalls sorgt für Vorfreude und zeigt einem den Weg. Dieser führt über eine Brücke – Da ist er, ein atemberaubender Wasserfall, der klares, türkisblaues Wasser über kleine Terrassen transportiert. Die Schönheit des Wasserfalls, sowie die Einsamkeit mitten in der Natur bilden eine schöne Stimmung. Einige Bilder entstehen und wir klettern Vorsichtig hinab, um noch näher am Wasserfall und sogar in einem flachen Bereich des Flusses stehen zu können.
Nach einem kurzen Smalltalk mit einem deutschen Touristen beschließen wir unsere weitere Route für heute abzubrechen, da noch ein langer Heimweg ansteht. Im Hotel muss man bis 21 Uhr eingecheckt haben, weshalb wir keine Zeit mehr haben, die Geysire zu besichtigen. Durch die Landschaft mit vielen Pferden und Schafen geht es jetzt mit einem kleinen Stopp zum Abendessen in der Pizzabackstube Domino in Richtung Hotel. Die Nacht ist bereits angebrochen und wir erreichen das Hotel um ca. 21:40 Uhr.
Aufgrund der fehlenden Rezeption müssen wir unseren Zugang zum Zimmer über das Telefon besorgen. Unsere Unterkunft besteht aus fünf Zimmern, zwei Bädern und einem Essbereich. Das Zimmer ist schlicht und einfach Gehalten, doch aufgrund der einsetzenden Müdigkeit fallen wir gleich ins Bett.

Nachdem wir den ersten Wecker halb verschlafen hatten waren wir später dran als gewollt. Ins Gebirge zu fahren lohnt sich nicht mehr, auch das Wetter wäre dafür zu schlecht. Da der nächste Ort und damit die nächsten Einkaufsmöglichkeiten über 30 Kilometer entfernt sind, richtet sich unsere Tagesroute danach, um erst in diesem Ort ein Frühstück einkaufen zu können. Nach dem provisorischen Frühstück im Auto besuchen wir einen nahe gelegenen Strand, an dem es markante Felsformationen gibt, auf denen auch einige Papageientaucher und Möwen zu sehen sind. Außerdem hat man vom Reynisdrangur-Strand, der aus schwarzem Sand und Kies besteht, einen schönen  Blick zu einigen Felsformationen im Wasser. island_025Durch eine wundervolle Landschaft, die sich nach einigen Kilometern oft komplett verändert, fahren wir zur Fjaðrárgljúfur Schlucht, in der sich ein Fluss seinen Weg sucht. Von den Felsformationen hat man einen schönen Blick auf den Fluss. Auch im Flussbett kann man einige schöne Motive, viele mit Graufilter, fotografieren. Das Wetter hat sich inzwischen stark verbessert. Die Sonne scheint häufig und es ist wärmer geworden. Der weitere Weg führt teilweise über Schotterpisten zu  einer nur wenige Kilometer entfernten weiteren Schlucht. Da diese jedoch nur über ein Privatgelände erreichbar war, machten wir uns direkt auf den Weg zu zwei weiteren Wasserfällen. Einer davon ist breit  und nicht sonderlich hoch, der andere ist im Gegensatz dazu ein schmaler Fluss, der von einer hohen Klippe stürzt. Am Privatgelände neben dem Fluss stehen zwei Pferde die wir gefüttert und gleichzeitig fotografiert haben. Zu guter Letzt besuchen wir einen Flusslauf der aus vielen kleinen Wasserfällen besteht. Während den Langzeitbelichtungen mit dem Graufilter und der dabei entstehenden Wartezeit können wir einige Fische beobachten, die versuchen, den Wasserfall Flussaufwärts zu überwinden. Nach einigen Fotos und Videos treten wir die Heimreise zum Hotel an und machen auf diesem Weg eine Pause im Ort Vík, wo wir Burger in einem Grill-Lokal essen. Auch wenn die Dämmerung bereits einsetzt wollen wir ein Flugzeugwrack einer DC-3 besichtigen, das seit 1973 dort nach einer Notlandung in der Steinwüste liegt. island_035Der Weg dorthin ist sehr beschwerlich, man fährt über 4 Kilometer auf einer Schotter- und Schlaglochpiste mit großen Steinen und vielen Unebenheiten. Trotz der geringen Kilometerzahl braucht man für die Strecke fast eine viertel Stunde. Leider waren Südtiroler vor Ort, die in einer Alu-Schale ein Feuer im Heck des Wracks machten. Trotzdem sind einige interessante Fotos entstanden. Mitten in dieser kargen Landschaft zu stehen und ein Flugzeugwrack bestaunen zu können ist ein besonderes Erlebnis. Die mystische Stimmung wurde durch die einsetzende Dunkelheit und das trübe Wetter perfekt gemacht. Nach einem kurzen Abstecher zum Skógafoss, wo wir einige Nachtaufnahmen machen, geht es zurück zur Unterkunft. Bevor wir ins Bett gehen laden wir noch ein paar Fotos auf unserer Facebook-Seite hoch und planen den nächsten Tag.

Schon der vierte Tag – Die Zeit vergeht viel zu schnell. Heute steht die Tour in Richtung Gebirge Landmannalaugar an, wenn es die Zeit zulässt wollen wir auch einen Abstecher ins Gebirge machen. Am Morgen fahren wir zuerst zum Hjálparfoss Wasserfall. Dieser ist über eine Schotterpiste zu erreichen und besteht aus zwei zusammenfließenden Wasserfällen und einem kleinen See, in den diese münden. Anschließend machen wir uns auf den Weg zu den Gjain Wasserfällen. Dort angekommen waren wir gleich begeistert.  Es sieht noch viel besser aus als auf den Fotos, die wir daheim angeschaut hatten. Mitten in einer „Mondlandschaft“ gelegen sind die Wasserfälle in einem grünen Tal eingebettet. island_039Das Tal, welches mit vielen tollen Pflanzen bewachsen ist, biete viele kleine Schleichwege um zu den Wasserfällen und Schluchten zu gelangen – Ein Paradies für Landschaftsfotografen! Nach vielen HDR- und Graufilterfotos und einiger vergangener Zeit machen wir uns auf den Weg zum nächsten Highlight, dem Háifoss Wasserfall. Die Straße dorthin ist nur für Autos mit Allradantrieb zu befahren – die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Straße lag bei unter 15 km/h. Nach einiger Zeit auf dieser Straße hat sich die Fahrt allerdings gelohnt, der Háifoss Wasserfall ist beeindruckend! Die beiden Wasserfälle stürzen aus über 120 Metern in die Tiefe. Als Besucher sieht man den Wasserfall auf der anderen Seite der Schlucht und steht somit selbst am Abgrund gegenüber des Háifoss. Ein wirklich beeindruckendes Naturschauspiel! Der Respekt vor der steilen Klippe ist sehr groß. Weiter unten in den Felsen entdecken wir ein Stativ, welches einem Fotografen wohl hinuntergestürzt ist. Zum Glück ist haben wir auf unsere Kameraausrüstung gut aufgepasst, sodass diese nicht die Klippen hinab stürzt. island_046Die weitere Routenplanung gestaltet sich schwierig, Aufgrund der weiten Strecken sowie der langsamen Fahrweise, die durch die Schotterpisten hervorgerufen wird, müssen wir uns leider gegen das Gebirge von Landmannalaugar entscheiden. Die Fahrt dorthin, sowie die Rückfahrt zum Hotel würden über 6 Stunden dauern und es ist bereits 16 Uhr. Doch nun haben wir Zeit, um die verpassten Geysire vom ersten Tag zu entdecken. Dazu fahren wir in Richtung Westen – Ein kurzer Snack an einer Tankstelle mit WLAN tut allen gut und auch die Neuigkeiten aus der Foto-Welt können geladen werden. Auf der weiteren Fahrt wird das Wetter leider schlechter und der Scheibenwischer muss ununterbrochen arbeiten. Am Geysir angekommen steigt einem sofort der unangenehme Schwefelgeruch in die Nase, der den dampfenden heißen Quellen entweicht. Wenige Meter weiter ist er dann, der große Geysir Strokkur. Er bricht circa alle 10 Minuten aus  und schießt das Wasser dabei viele Meter in die Luft. Das Fotografieren des Geysirs ist jedoch eine Herausforderung, man muss immer bereit sein, im richtigen Moment den Auslöser zu drücken.

Als letztes an diesem Tag fahren wir zum Wasserfall Gullfoss, einem der bekanntesten Wasserfälle Islands. Leider ist es bereits recht dunkel und das trübe Wetter, sowie der Wasserdampf, der vom Wasserfall davongetrieben wird, machen das Fotografieren auch nicht leichter. Nach diesem langen Tag machen wir uns auf den Heimweg, der noch gute 2 Stunden lang dauert. Auf der Fahrt regnet und windet es stark. Auf der Hälfte der Strecke, gegen 21:45 Uhr gönnen wir uns an einer Tankstelle noch ein Sandwich als Abendessen und kommen dann eine Stunde später am Hotel an.

island_056An diesem Tag steht die Abfahrt zum nächsten Hotel an. Nach dem Frühstück packen wir schnell die Koffer und es geht los in Richtung Osten. Am Skógafoss machen wir noch einen Halt und erkunden den Wasserfall etwas genauer. Über eine steile Treppe gelangt man nach oben und sieht den weiteren Flussverlauf. Abenteuerlich klettern wir eine Schlucht hinunter und stehen direkt am Fluss, erst jetzt erkennt man wie stark die Wassermassen sind. Nach dem Abstieg geht’s direkt zum Auto und weiter in Richtung Vík. Hier wird nochmals Proviant und Sprit nachgefüllt und es geht nach einem kurzen Aufenthalt weiter. Die Straße mitten durch die Wiesen, Felsen und Graslandschaften führt uns nach ca. 130 Kilometern fast ausschließlich gerader Strecke zu einer schönen Bergspitze direkt an der Straße. Sehr beeindruckend ragt das Gesteinsmassiv in die Höhe und verschwindet leider schon bei einer sehr geringen Höhe im Nebel. Der schönste Teil bleibt somit leider vor uns verborgen. Nach einem Fahrerwechsel fahren wir dann weiter. Unser eigentliches Ziel ist der Wasserfall Svartifoss. Vor Ort angekommen finden wir ein Besucher-Center, dass über den Skaftafellsjökull Gletscher informiert. island_067So entschieden wir uns um und besuchen den riesigen Gletscher und den davor gelegenen See. Die wahre Größe der Eismassen ist erst erkennbar, wenn man die klein-wirkenden Menschen davor sieht. Da es auf dem Weg zum Auto zu regnen beginnt, beschließen wir den Svartifoss Wasserfall nicht zu besuchen und fahren weiter zu den beiden Gletscherseen Fjallsárlón und Jökulsárlón. Der erste, der Fjallsárlón, ist der kleinere der beiden und mit weniger Eisbergen bei den Touristen nicht so bekannt, wodurch man die Ruhe am See viel besser genießen kann. Der Jökulsárlón, zu dem wir anschließend fahren, ist sehr beeindruckend. Der See ist riesig, das andere Ufer ist durch den Nebel nicht zu erkennen. Die Eisberge bewegen sich unerkennbar langsam voran. Trotzdem kann der See von Tag zu Tag völlig unterschiedlich aussehen und bietet somit ein ständig neues Erlebnis. Dort vor den Eisbergen zu stehen, die aus einem Jahrtausende alten Gletscher stammen, ist mehr als Beeindruckend!

Nachdem wir die Stimmung an den Gletscherseen genossen haben, machen wir uns auf den Weg zum Hotel für diese Nacht. Dort angekommen packen wir nur kurz Koffer und Rucksack ins Zimmer und fahren anschließend zum Abendessen.

island_068Am sechsten Tag sieht der Plan vor, aus dem Osten Islands über Reykjavik in den Westen zu fahren. Über Sieben Stunden Fahrt sind also zu erwarten und auf dem Weg möchten wir auch an einigen Sehenswürdigkeiten halten. Vom Hotel geht es vorbei am Jökulsárlón, an einigen Wasserfällen bis nach Vík. Einige Autominuten entfernt gibt es eine Klippe von der man einen Blick auf den Strand genießen kann, den wir bereits an Tag 3 besucht hatten. Die Wellen waren heute sehr groß und so war es ein schöner Anblick, diese von oben beobachten zu können. Als es (mal wieder) stärker zu regnen beginnt, ziehen wir uns ins warme und trockene Auto zurück. Auf der weiteren Fahrt verlassen wir die Hauptstraße, die Route 1, um den Seljalandsfoss anzuschauen. Der Wasserfall ist deshalb so besonders, da man hinter dem Wasserfall in einer Art Höhle durchlaufen kann. Bei Wind, den wir an diesem Tag natürlich hatten, wird man aber unausweichlich nass. island_069Der Wind verstreut das Wasser in alle Richtungen, sich davor zu schützen ist kaum möglich. Noch schwieriger ist es, mit der Spiegelreflexkamera zu fotografieren und zu filmen. Nach jedem Foto muss man die gesamte Kamera und vor allem die Objektivlinse mit einem Tuch abwischen, da sonst auf den Fotos nur noch Wassertropfen zu sehen sind. Wieder im trockenen Auto angekommen wird erst einmal die Sitzheizung angeschaltet – um die Hosen zu trocknen.

Auf der restlichen Fahrt, die sich gegen Ende extrem in die Länge zieht, halten wir nur noch einmal um einzukaufen und um zu tanken. Am Abend gegen 20 Uhr erreichen wir endlich den Ort Grundarfjörður. Im Ort finden wir nach dem Einchecken ins Hotel jedoch keine Möglichkeit mehr, Abend zu essen. Deshalb fahren wir in den nächst größeren Ort, der 20 Minuten entfernt ist. Der Straße fehlen an manchen Stellen sowohl Straßenmarkierungen als auch die Leitpfosten am Rand. So ist das Fahren für den Fahrer eher ein Suchen nach der Straße. Trotz der schlechten Straßenbedingungen und des vielen Regens sind wir nach dem Essen gut am Hotel angekommen und hoffen auf besseres Wetter am nächsten Tag.

island_071Entgegen den Erwartungen ist das Wetter noch schlechter geworden. Der Regen ist schwächer, dafür herrscht ein starker Wind, bei dem man kaum noch laufen kann. Laut Anzeigen, die am Straßenrand stehen und den Wind angeben, weht der Wind an diesem Morgen mit ca. 100 km/h. Da wir extra im Ort Grundarfjörður unser Hotel gebucht haben, um den Kirkjufell Mountain, einen wunderschönen Berg am Meer, zu fotografieren, ärgern wir uns umso mehr, dass er hauptsächlich im Nebel versinkt. Der viele Wind sorgt jedoch zum Glück dafür, dass manchmal die Sonne auf den Berg scheint. Durch den Nebel und die Wolken, die um die Bergspitze zu sehen sind, erscheint manchmal sogar ein Regenbogen vor dem Berg. Fotos vom Berg und einem davor gelegenen Fluss zu machen hat jedoch einen Haken – den Wind. Der Wille nach guten Fotos ist trotzdem groß genug. Wir steigen aus dem Auto aus, halten den Türgriff dabei gut fest und laufen dann mit Kamera am See und am Fluss entlang. Beim Wasserfall angekommen müssen wir über eine kleine Brücke oberhalb des Wasserfalls laufen, um die andere Seite zu erreichen. Dabei treibt der Wind das Wasser in alle Richtungen und trifft uns damit, sodass die Hosen nach wenigen Sekunden komplett durchgeweicht sind. Nach wenigen schnellen Fotos laufen wir, so gut es bei dem Wind geht, zum Auto zurück und fahren anschließend noch einmal zum Hotel, wo wir unsere nassen Hosen, Strümpfe und Jacken gegen trockene wechseln. Anschließend fahren wir weiter in Richtung Norden, wo es zum Látrabjarg geht. Die Fahrt ist anfangs sehr schwer, der Wind macht das Fahren zu einer Herausforderung. Einem LKW möchte man bei diesen Bedingungen nicht begegnen. Auf dem Weg dorthin gibt es viele Fjorde. Da es keine Brücken über diese Gibt und die Berge zwischen den Fjorden zu steil sind, muss man die Fjorde alle umfahren. Auch da die Straße immer schlechter wird, verzögert sich die Ankunftszeit immer weiter. Irgendwann wird die Straße zu einer Schotterpiste und besteht bald zur Hälfte aus Schlaglöchern. island_076Die Ankunftszeit an den Klippen des Látrabjarg verschiebt sich mit jedem Kilometer, den wir fahren, gleichzeitig um eine Minute nach hinten. Das Navigationsgerät rechnet mit den auf Schotterpisten maximal zulässigen 80 km/h, doch häufig kann man nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Gegen 19 Uhr sind wir endlich an den bis zu 450 Meter hohen Klippen angekommen – dem westlichsten Punkt Europas. Die Papageientaucher sind leider nicht zu sehen und wir bekommen den Tipp, dass der Wind wohl zu stark sei und dass die Vögel am Morgen bei Sonnenaufgang starten sollen. Wie wir am nächsten Tag erfahren stimmt das jedoch nicht. Nach einem kurzen Timelapse, also einem Zeitraffervideo vom Sonnenuntergang, den wir seit einigen Tagen endlich wieder genießen können, gehen wir zu unserer Unterkunft. Das Abendessen besteht heute aus dem mitgebrachten Frühstücksvorrat, da es weit und breit keine Möglichkeit gibt, auswärts etwas zu essen.

Es ist 5:50 Uhr und der Wecker hat bereits zum zweiten Mal geklingelt. Heute Morgen möchten wir unser Glück mit den Papageientauern erneut versuchen und machen uns zum Sonnenaufgang auf den Weg zurück zu den Klippen. Dort angekommen laufen wir nochmal eine Stunde den Berg hoch, die Aussicht ist gigantisch jedoch sehen wieder keine Vögel. Nach einem anstrengenden Marsch geht es wieder zurück zum Auto, da wieder eine lange Fahrt nach Ísafjördður ansteht. Auf dem Rückweg erfahren wir von zwei deutschen Touristen, dass die Papageientaucher bereits seit Ende August nicht mehr da sind. Wir ärgern uns erstmal über die verschwendete Zeit und fahren anschließend für einen kurzen Stopp zurück zur Unterkunft. island_079Nach dem Verlassen des Hotels, auf dem Weg in Richtung Nordwesten besuchen wir eine Aneinanderreihung von  Wasserfällen. Von der Klippe fällt der Wasserfall Dynjandi in die Tiefe, wo sich das Wasser in weitere kleine Wasserfälle aufteilt. Ein Weg führt direkt zum großen, obersten Wasserfall, von wo der Anblick über das Tal gigantisch ist. Jetzt geht es auch schon weiter und ein letzter Stopp steht bevor. An einem Sandstrand führt ein langer Holzsteg ins Wasser. Wir genießen nach einigen Fotos die Ruhe vor Ort und die Landschaft um uns herum. Die hohen, teils schneeweißen Berge, die um den Fjord verteilt sind, bieten einen schönen Anblick. Diese Landschaft zieht sich auch über die nächsten Kilometer bis nach Ísafjördður fort. Dort kaufen wir im Supermarkt noch einmal ein, bevor es in unsere Unterkunft geht. Vor einem Haus mitten im Wohnviertel erwartet uns bereits der Vermieter, der uns eine wunderschöne Wohnung zeigt. Viel Platz und ein freundliches modernes Ambiente – ein kompletter Gegensatz zu den Unterkünften der letzten Nächte. Nach kurzem Aufenthalt in der Wohnung geht es direkt weiter zu den 25 Km entfernten Klippen. Durch einen langen Tunnel, der teilweise nur einspurig ist und die anschließende Schotterpiste geht es auf 600 Höhenmeter.island_085Oben angekommen erleben wir einen wunderschönen Rundblick, der vom Sonnenuntergang geschmückt wird. Die Klippen sind so hoch, dass einige Wolken unter uns vorbei ziehen. Auf einer Infotafel ist zu erkennen, dass Grönland von hier aus nur noch ca. 400 km entfernt ist. Durch die große Höhe merkt man die Kälte in jedem Luftzug. Jetzt geht es aber erstmal zurück zum Apartment, wo wir nach dem Abendessen unsere Stative zusammenpacken um noch einige Nachtaufnahme der Stadt Ísafjördður zu machen. Nach einer kurzen Fahrt um die Bucht parken wir auf einem Rastplatz, der direkt neben der Landebahn des kleinen Flugplatzes liegt. Jetzt geht es steil bergauf. Durch die Dunkelheit klettern wir über hundert Meter einen Berg hinauf und genießen von dort den Blick über die Stadt. Nach einigen Fotos geht es zurück zur Unterkunft und direkt ins Bett.

island_091Aufgrund der schönen Unterkunft bleiben wir heute etwas länger im Bett liegen und machen uns erst gegen 11 Uhr auf den Weg. Nach einem kurzen Halt an der Aussichtsposition vom vorherigen Abend führt uns das Navi durch viele Fjorde und Berge in Richtung Süden. Durch Zufall entdecken wir am Wasser eine Herde von Seehund, die sich gerade ein Schläfchen gönnen. Die friedlichen Tiere sind etwas hinter den Steinen versteckt und machen uns dadurch das Fotografieren sehr schwer. Da vor uns eine lange Fahrt nach Reykjavik liegt und wieder einmal der Regen einsetzt, verlassen wir die wundervollen Tiere schon nach kurzer Zeit und fahren weiter. Wir überqueren ein kleines Gebirge und sehen wundervolle Landschaften und Seen. Mitten auf der Straße stehen mal wieder Schafe und wir müssen stark Bremsen, sodass wir zum Stehen kommen. Erst jetzt erkennen wir, dass wir mitten in einer Schafherde stehen, die gerade von den Hirten über die Straße getrieben werden. Wir steigen aus und machen Fotos. Das laute Blöken von hunderten Tieren, die uns verwundert anschauen, ist beeindruckend. So nahe waren wir den Schafen noch nie gekommen. Die riesige Herde zieht langsam an uns vorbei. island_093Auf der weiteren Fahrt machen wir Halt an einem kleinen, inaktiven Vulkan, der für die Besichtigung ausgelegt ist. Ein Holzweg führt uns direkt auf den Kraterrand und bietet uns die perfekte Möglichkeit die weiten Landschaften zu bestaunen. Es ist bereit 18 Uhr als wir am Parkplatz des Glymur, dem höchsten Wasserfall Islands, ankommen. Voller Entdeckerlust packen wir unsere Fotosachen zusammen und wollen gerade loslaufen, als uns ein deutsches Paar von der Tour abrät. Wir erfahren, dass der Fußweg zu dem Wasserfall rund drei Stunden dauert und es aufgrund der Dämmerung keine guten Lichtbedingungen zum Fotografieren mehr gibt. Diese Erläuterung überzeugt uns sofort und auch der Zeitdruck, in Reykjavik pünktlich anzukommen, sorgt dafür, dass wir sofort weiterfahren und den Wasserfall leider nicht entdecken werden. island_101Die Straßenbedingungen werden von Meter zu Meter besser, bis wir auf einmal auf den Autobahnen vor der Hauptstadt ankommen. Nach acht ruhigen Tagen im Land sind wir den vielen Verkehr gar nicht mehr gewohnt. Auch Ampeln sind wieder zu sehen, ein ungewohnter Anblick. Unser Hotel liegt direkt in der Innenstadt neben der Hallgrímskirkja Kirche. Nachdem wir die Koffer zu unserem schönen Apartment gebracht haben, geht es mit Stativ und Kamera zu Fuß zur Kirche, um einige Bilder zu machen. Am letzten Abend entscheiden wir uns noch für eine Pizza und schlafen wohl gesättigt ein.

island_102Nach einer guten Nacht müssen wir die schöne Unterkunft nach dem Frühstück schon wieder verlassen. Es geht heute nochmal zu Fuß zur Kirche, wo wir mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform fahren. Ein weitreichender Blick über die Stadt mit ihren kleinen bunten Häusern und den Bergen im Hintergrund bieten schöne Motive. Da es bereits 12 Uhr ist und nur noch wenige Stunden bis zum Abflug nach Frankfurt bleiben, müssen wir unsere verbleibende Zeit gut einteilen. Bevor es aber zurück zum Flughafen geht kaufen wir alle noch im Souvenirshop ein und versuchen dort die restlichen Isländischen Münzen loszuwerden. Zwei Stunden vor Abflug treffen wir bei der Autovermietung ein und geben unsern Hyunday ix 35 ab. Das Auto hat uns vor allem in den Bergen gute Dienste erwiesen und auch die Größe des Fahrzeuges war durchaus notwendig, um alle Koffer unterzubringen. Mit dem Shuttle geht es nun direkt zum Flughafen. island_10615:35 Uhr, das Boarding hat begonnen und die letzten Minuten auf Isländischem Boden laufen an. Nach einer spannenden Reise, die leider von viel Regen durchkreuzt wurde, steigen wir dennoch froh ins Flugzeug ein, da wir uns natürlich auch auf die Heimat freuen. Der Flug mit Icelandair nach Frankfurt verläuft sehr gut und wir erreichen Frankfurt gegen 22 Uhr Ortszeit. Von da an fahren wir mit dem Mietwagen in Richtung Nürnberg, wo unsere Reise endet. Trotz den fehlenden Papageientauchern und Polarlichtern hatte Island jede Menge zu bieten und wir sind sicher, dass wir bestimmt noch einmal ins Paradies für Landschaftsfotografen reisen werden.

Die ganzen gesammelten Eindrücke werden auch gut in unserem Video von Island dargestellt:

Hier findet Ihr nun allle Fotos von unserem Aufenthalt: